gruppenausstellung „auf den dritten blick“

Manche Dinge erschließen sich nicht sofort. Der erste Blick nimmt wahr, der zweite ordnet ein, und erst der dritte Blick zeigt, was eigentlich dahintersteckt. Diesem Moment der Verzögerung, dem Kippen von Oberfläche zu Tiefe, widmet sich die Ausstellung „auf den dritten Blick“.

Die vier Künstler:innen Sophie Gabler, Laura Jungfer, Kilian Seiler & Mara Weyel versammeln sich mit sehr unterschiedlichen Herangehensweisen um eine gemeinsame Frage: Was bleibt verborgen, solange wir nur schauen, statt hinzusehen?
Was die vier Positionen teilen, ist eine gemeinsame Aufmerksamkeit: für das, was nicht sofort ins Auge fällt. „auf den dritten Blick“ macht daraus das Prinzip der Ausstellung und überlässt es den Besuchenden, selbst genauer hinzuschauen.

Vernissage: Donnerstag, 24. September 2026 um 19:00 Uhr
Begrüßung durch Jana Schwindel, 1. Vorsitzende der KVA Die Ecke e.V.

Finissage: Samstag. 07.11.2026 von 17:00 – 19:00 Uhr
Die Künstler:innen werden anwesend sein

Ausstellungszeitraum: 25. September – 07.11.2026, der Eintritt ist frei.

Öffnungszeiten:
Donnerstags u. freitags: 12:00 – 18:00 Uhr
Samstags: 11:00 – 17:00 Uhr

Bilder: © Die Ecke e.V.

 

zum Artikel in der Augsburger Allgemeinen

Sophie Gabler, geboren 1994 in München, lebt und arbeitet im Allgäu und studiert gegenwärtig Kunstpädagogik im Master an der Universität Augsburg. In ihrer künstlerischen Arbeit untersucht sie, wie sich Bedeutungen durch Überzeichnung, Wiederholung und
Materialwechsel verschieben. Sie interessiert sich für absurde Gegensätze, feine Irritationsmomente und die Veränderung von Wertigkeiten, wenn Dinge in andere Materialien oder ungewohnte Zusammenhänge übertragen
werden.
Sie zeigt Malereien von Schleich-Pferden, gegossene und bemalte Tontauben sowie dazugehörig kleine Zinnobjekte,
die Taubenkot imitieren. Die Arbeiten bewegen sich zwischen serieller Wiederholung und individueller
Ausformung, zwischen handwerklicher Sorgfalt, humorvoller Übertreibung und einer gewissen Flapsigkeit.
Auf den dritten Blick verweist auf einen Bruch, der erst zeitversetzt sichtbar wird: Dann, wenn sich Material, Form und Bedeutung nicht mehr widerspruchsfrei decken.

Kontakt: gablerso@web.de
Instagram: @smarkajolly

Abbildung: Sophie Gabler, TaubentError (Keramiktaube + Zinn Kacke), 2026, Acryl auf Keramik, 17 x 34 x 12 cm und geschliffenes Zinn, div. Maße © Sophie Gabler

Laura Jungfer lebt und arbeitet in Augsburg und studiert an der Akademie der Bildenden Künste in München.
In Ihrer künstlerischen Arbeit beschäftigt sie sich mit dem Verborgenen und Ungesehenen. Als „Hausmeisterin
Lauron“ positioniert sie sich ironisch als Facility Managerin, die manische Protokollierungen, romantische Malereien von Arbeits- und Sicherheitskleidung oder überzogen vergrößerte Arbeitsmaterialien in den Fokus nimmt und diese in ein neues ästhetisches Feld übersetzt.
Vieles gerät in eine ständige Unordnung. Hausmeisterin Lauron bringt die Dinge in eine bestimmte eigene Ordnung und erhält so eine Grundinfrastruktur aufrecht.

Kontakt: mail@laurajungfer.com
Instagram: @laurajungfer

Abbildung: Laura Jungfer, Hausmeisterin Lauron – ohne Titel, 2026, Textil, variable Dimensionen © Laura Jungfer

Kilian Seiler, 2002 in Schwabmünchen geboren, begann 2017 in seinem Geburtsort für ein lokales Festival zu fotografieren. Nach einigen Jahren als Fotograf ist er weiterhin im Livemusikbereich tätig, einerseits als
Konzertfotograf, aber auch als Liebhaber des unaufgeräumten, exzentrischen und ungeplanten. Während seiner Auftragsarbeiten, bei Festivals, Clubshows und Tourneen, sammelt er “visuellen Beifang” aus dem nach einiger Zeit die Dokumentarreihe “Ente & Schweiß” wurde. Die Reihe wächst seit Jahren und gewinnt dabei immer weiter an Schärfe. Was den Fotografen dabei
fasziniert, ist das, was man hinter Bühnenshows und Konzerten eben erst auf den dritten Blick sieht. Das zugehörige Magazin, mit dem gleichnamigen Titel, hat jetzt eine zweite, limitierte, Auflage von 30 Exemplaren erhalten.

Kontakt: info@kilianseiler.de
Instagram: @kiwikili

Abbildung: Kilian Seiler, Ente & Schweiß, fortlaufende Serie, Druck A5, 300 g/m2 © Kilian Seiler

Mara Weyel lebt und arbeitet in Augsburg als freie Künstlerin, Designerin & Dozentin. Sie studierte Design an der Hochschule Augsburg und Paris (Diplom / Master of Arts), mit Studienaufenthalten an der University of the Arts London. Ihre Arbeiten wurden im In- und Ausland
gezeigt, zuletzt in der Einzelausstellung Innereien im Super+Centercourt München sowie im TIM – Staatlichen Textil- und Industriemuseum Augsburg. Zwischen innerer Landschaft und gesellschaftlichem Außenraum entfaltet
sich ihr Werk – ein fortlaufender Dialog über Körper, Wahrnehmung und Zugehörigkeit.
Für „auf den 3. Blick“ zeigt Mara Weyel drei Werkgruppen, die sich erst bei genauerem Hinsehen erschließen. Eine Reihe mystischer Wesen und Monster greift Figuren aus der romanisch europäischen Bildwelt auf, unter
deren christlicher Überlagerung eine eigene, persönliche Spiritualität sichtbar wird. In My Way verdichten sich Wasseroberfläche, Labyrinth und ineinander verschlungene Formen zu einem Geflecht aus Glyphen, Monster,
Händen – ein Körperalphabet, das sich erst im genauen Betrachten öffnet. Mit Mein Schrein zeigt sie schließlich eine Art Schrein mit konservierten Reliquien – auf den ersten Blick ein sakrales Objekt, dessen persönliche Bedeutungsebene sich erst bei näherer Betrachtung offenbart.

Kontakt: www.mmwstudios.de / hallo@mmwstudios.de
Instagram: @maraweilhalt

Abbildung: Mara Weyel, brrrumm / grooowl / roooaaar / rrraaahhh /zzziiisch / krrreeeisch / iiieeek / blubb / schlotz, 2026, Öl und Acryl auf Leinwand, 30 x 40 cm © Mara Weyel